Sonntag, 19. November 2017
   
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Hochgradig psychomotorisch stimulierend

DSC03182_Saxophon_quadratischIn extremis hat neulich das Dancing Pasadena einen Kundenwunsch erfüllt: Es ist zwar durchaus üblich, dass hin und wieder ein Gast beim DJ einen Musikwunsch äussern darf, zwei unverbesserliche Swing- und Boogie-Tanz-Enthusiasten hatten sich aber vor geraumer Zeit gleich eine ganze Band gewünscht – live wohlgemerkt – und dazu nicht irgend eine Band, sondern die beste in ihrem Genre: Ray Collins' Hot Club. Und dies versprach für die Swing Dance Night vom 6. März 2010 einiges:

Sowohl die Jive-, Rock'n'Roll-, Boogie- und Lindy Hop-Tänzer als auch die Musik-Fans sowie die Anhänger der Retro-Swing-Kultur fanden sich in Scharen an diesem Abend im Pasadena ein. Ein wunderschönes Nebeneinander verschiedener Szenen! Und jeder brachte seine Freude an der Musik auf seine Weise zum Ausdruck. Auch die Gruppierung der „geschulten" Tänzer, die doch sehr häufig mit sich selber und ihrem Partner beschäftigt sind, musste dann und wann innehalten und staunen, was da auf der Bühne abging.

DSC03193_BlaeserDas 8-Mann-Orchester zelebrierte wilden Rhythm & Blues der späten 40er und frühen 50er Jahre mit einer Präsenz, dass es nur so krachte. Jeder einzelne Ton wurde mit voller Insbrunst und mit beispielloser Körper-Gestig gespielt, so als ob die Musiker sich ihre Seele aus dem Leib spielen wollten. Und spätestens als Sänger und Bandleader Ray Collins das Vibraphon virtuos malträtierte, glaubte man sich in einer anderen Zeitepoche. Der Rhythmus, die Spannung und das Tempo der Musik übertrug sich auf die Tanzfläche und man konnte dort unglaubliche, psychomotorisch stimulierte Dinge beobachten.

„Don't drop a little drop of beer", ...

... dies war nicht nur ein Musik-Song, der an diesem Abend gespielt wurde, sondern zwischendurch auch mal notgedrungen die Devise der Pasadena-Crew, denn der Biervorrat ging bereits während des 2. Live-Sets zu Neige. Eigentlich unerklärlich, denn Tänzer trinken für gewöhnlich doch nur Mineralwasser! Dass die Hälfte des Bierkonsums der Band zuzuschreiben war, entpuppte sich allerdings als reines Gerücht. Jedenfalls gelang es der Pasadena-Mannschaft, noch während des Abends ihren Lagerbestand wieder aufzustocken.

DSC03093_Susi_RetoEine kleine Episode am Rande und stellvertretend für die vielen genialen Momente auf der Tanzfläche: Susi und Reto haben an diesem Abend die Lead-and-Follow-Fähigkeiten beim Tanzen auf das nächst höhere Level angehoben, wie auf nebenstehendem Bild zu erkennen ist: Bisher galt es als unmöglich, Gesichtsausdrücke und Mimik im Paartanzen zu führen – sieht man einmal vom Imitieren basierend auf visuellen Informationen ab. Retos Gesichtsausdruck scheint sich hier jedoch ganz ohne visuelle Information auf Susi zu übertragen. Ob der Groove der Musik den Gesichtsausruck direkt induzierte oder ob ein noch nicht bekannter taktiler Reflex die Mimik von Reto auf Susi übertrug, ist noch Gegenstand von Untersuchungen. Eines wissen wir aber bereits: Es gibt im Bereich Lead-and-Follow offensichtlich noch einiges zu forschen und zu lernen!

Wir möchten uns beim Pasadena und bei Ray Collins' Hot Club bedanken – für einen Event, wie es ihn wohl nur alle 50 bis 100 Jahre mal gibt – und auch bei den Crazy Shakers, die an diesem Abend ihren 25. Geburtstag feierten und diesen Anlass möglich gemacht haben. Wir freuen uns auf die Pasi-Swing Nights, die da noch kommen – z.B. diejenige vom Mi. 31. März 2010 – mit DJ Reto Gurt!

Fotos: DJ Karl / Pasadena

PS: Weitere Fotos findet ihr in der Foto-Galerie des Dancing Pasadena.

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